Die Schädlinge auf der Nahrungsliste der Schlupfwespe
In den letzten Jahren hat sich die Schlupfwespe als ein natürlicher Schädlingsbekämpfer einen Namen gemacht.
Die praktische Nutzung ihrer parasitierenden Eigenschaften als eine biologische Waffe gegen schädigende Insekten macht dieses kleine Insekt für immer mehr Menschen zu einem interessanten und wertvollen Helfer. So beseitigen die Trichogramma Schlupfwespen in sehr effizienter Weise eine Plage von Lebensmittelmotten, indem sie deren Eier aufspüren und in diese dann ihre eigenen eingeben. Aus einem Mottenei schlüpft am Ende dann ein weiterer Schädlingsbekämpfer.
Aber nicht nur Lebensmittelmotten werden von den Schlupfwespen parasitiert. Auch Blattläuse stehen auf dem Speiseplan. Allerdings werden hierbei die Eier direkt in das Wirtstier gegeben. Dieses stirbt nach kurzer Zeit und im inneren der Blattlaushülle wächst die Larve zu einer neuen Schlupfwespe heran.
Unter den drei- bis viertausend bekannten Arten der Schlupfwespen, haben sich viele auf einen anderen Schädling spezialisiert, den es zu parasitieren gilt. So steht zum Beispiel die so genannte Zitrus Schmierlaus ganz oben auf der Speisekarte der Leptomastix Schlupfwespe. Wenn sich die, zur Familie der Schildläuse zählende, Schmierlaus im dritten Entwicklungsstadium verpuppt, werden bis zu 200 Eier in den entstehenden Kokkon gegeben. Der Wirt stirbt darauhin ab und eine weitere Generation an natürlichen Schädlingsbekämpfern ist auf dem Weg. Die Schlupfwespe Encarsia formosa hingegen ernährt sich hauptsächlich von Honigtau. Nebenbei werden aber auch die, den Honigtau produzierenden, weissen Fliegen ihrer Körperflüssigkeit beraubt und sterben ab. Ihre Eier legt diese Art der Schlupfwespe in die Nymphenstadien der Fliege. Die Schlupfwespen der Art Nasonia vitripennis haben sich ihrerseits auf Stallfliegen spezialisiert. Durch ihren Einsatz kann eine übermässige Ausbreitung der Fliegen, tier- und menschenverträglich, auf biologischem Weg unterbunden werden. Und je mehr Arten an Schlupfwespen genauer bestimmt und beobachtet werden, desto mehr Einsatzmöglichkeiten als umweltschonende und biologisch abbaubare Schädlingsbekämpfer werden sich bieten.